Die unperfekte Reise zu dir selbst

Warum Selbstannahme so kraftvoll ist

„Ankommen bei sich selbst“ klingt oft nach Ruhe, Kerzenlicht und Meditation. Doch die Reise zu sich selbst ist selten entspannt, sie ist lebendig, unvorhersehbar und fordert uns immer wieder heraus.

Als Fachangestellte in der Betreuung von Menschen mit besonderen Bedürfnissen, Mentorin und NLP-Coach für Frauen, die mitten im Leben stehen und ihre eigene, unperfekte Reise zu sich selbst gehen, begleite ich Menschen in ihrem Alltag, in Veränderungsprozessen und Entwicklungsphasen.

Was ich dabei gelernt habe: Es geht nicht nur darum, auf andere zu reagieren, sondern auch auf sich selbst. Auf sich selbst zu reagieren bedeutet, Verantwortung zu übernehmen und Führung für das eigene Leben zu zeigen. Anders gesagt: Wer sich selbst Halt und Orientierung schenkt, kann genau dieses Geschenk auch an andere weitergeben, besonders an Menschen, für die dies in einer entscheidenden Lebensphase oder in der eigenen Wahrnehmung von grosser Bedeutung ist.

Aus meiner eigenen Erfahrung als Chamäleon mit ADHS und Legasthenie weiss ich: Selbstannahme ist kein „nice to have“, sondern der Schlüssel zu innerem Frieden und sie kommt selten von allein!

Warum Selbstannahme so kraftvoll ist

Selbstannahme bedeutet: bewusst wahrnehmen, dass etwas gerade so ist, ohne es gleich zu bewerten. Ein klares „Ja, das bin ich gerade. Ja, ich fühle das gerade.“

Auf der Reise zu dir selbst begegnen wir immer wieder unseren Eigenschaften, auch den herausfordernden.

Beispiele;

  1. Du merkst, dass du ungeduldig bist, weil etwas länger dauert, als du wolltest.

  2. Du stellst fest, dass du zu viel auf einmal machen willst und dich verzettelst.

  3. Ein Kommentar trifft dich tief.

  4. Du reagierst perfektionistisch.

  5. Deine Gedanken sind wild und unruhig.

Dieses bewusste „Ja, das ist gerade so“ wirkt sofort: Es nimmt den Druck raus, sich selbst ständig zu bewerten oder gegen sich selbst zu kämpfen. Die Kraft der Selbstannahme liegt darin, dass du erkennst, was ist, und bewusst entscheidest, wie du damit umgehen willst.

Kurz gesagt: Selbstannahme ist ein aktives „Ich sehe mich, ich spüre mich, ich handle bewusst.“

Die unperfekte Reise, meine persönliche Geschichte

Ich selbst habe lange versucht, mich anzupassen: organisiert, leistungsfähig, perfekt. Mit Mitte 30 merkte ich: „So geht es nicht weiter.“ Ich kämpfte gegen mich selbst.

Der Wendepunkt war das Zuhören zu mir selbst: Nicht besser werden, sondern ehrlicher sein. Nicht jemand anderes sein, sondern mich selbst einbeziehen, mit all meiner Sensibilität, Impulsivität und Energie.

Eine meiner grössteb Herausforderungen ist und war Struktur: sie zu erkennen, zu halten und weiterzugeben. In meiner Arbeit in Betreuung, Coaching oder als Mentorin ist Struktur entscheidend. Was anderen oft intuitiv gelingt, musste ich Jahrelang bewusst entwickeln: die einzelnen Schritte spüren, nachvollziehen, planen und sichtbar machen und verstehen, wie sie wirken.

Aus dieser bewussten Arbeit entstand ein grosser Vorteil: Die Schwächen, die mir anfangs schwerfielen, wurden zu Stärken. Ich kann heute nicht nur meine eigene Struktur besser leben, sondern auch anderen Menschen vermitteln, wie sie Orientierung, Klarheit und innere Ruhe finden, gerade denen, die im Alltag oft überfordert und darauf angewisen sind.

SoulArt ist dabei weit mehr als ein Konzept für Neurodivergente oder Hochsensible. Jeder darf hier lernen, seine eigene Struktur zu spüren, in Werten, Lebensphilosophie, Umsetzung von Ideen und persönlichem Weiterkommen. Es geht darum, die innere Ordnung zu erkennen, die nötig ist, um bewusst Entscheidungen zu treffen, Energie zu bewahren und Orientierung im Leben zu gewinnen.

Struktur ist kein starrer Plan, sondern ein lebendiger Kompass, dein persönlicher Leitfaden. SoulArt bietet dafür den Raum: unperfekt, lebendig und persönlich, für alle, die ihr Leben bewusst steuern wollen.

Mechanismen, die auf deiner Reise wirken

  • Der innere Konflikt zwischen Anpassung und Selbstsein

Wir alle kennen es: Wir wollen dazugehören, Erwartungen erfüllen und gleichzeitig ehrlich zu uns selbst sein. Dieses Hin und Her kostet Energie, raubt manchmal den Schlaf und lässt uns zweifeln: „Mache ich es richtig? Bin ich genug?“ Der innere Zerriss zeigt uns immer wieder: Wir müssen nicht nur nach aussen, sondern auch nach innen schauen.

  • Kraftquellen durch Selbstannahme entdecken

Selbstannahme ist wie ein innerer Kompass. Wenn du erkennst, was zu dir gehört, Gedanken, Gefühle, Stärken, Macken kannst du bewusst entscheiden, wo du deine Energie einsetzt. Du gönnst dir Pausen, triffst klarere Entscheidungen und vertraust dir selbst mehr. Schritt für Schritt spürst du: Ich bin handlungsfähig. Ich bin in meiner Kraft. Ich kann bewusst gestalten, statt nur zu reagieren.

  • Besondere Herausforderungen für sensible oder neurodivergente Menschen

Manche von uns spüren alles intensiver, Geräusche, Gefühle, Anforderungen. Dinge, die andere kaum wahrnehmen, können schnell überfordern. Doch du bist damit nicht allein. Die Reise zu dir selbst hilft, deine Besonderheiten anzunehmen, bewusst einzusetzen und Wege zu finden, die dich geerdet halten.

Heimkommen bei dir selbst

Selbstannahme ist kein Ziel, das man einmal erreicht, sondern ein fortlaufender Prozess. Sie erlaubt dir, Energie zu bewahren, innere Sicherheit zu entwickeln und authentisch zu leben, auch in einer Welt, die oft Anpassung und Leistung höher bewertet als Wohlbefinden.

Ich glaube: Wenn wir lernen, uns selbst anzunehmen, öffnen wir einen Raum, in dem Veränderung, Wachstum und innerer Frieden möglich werden.


Wenn du noch tiefer einsteigen oder mehr Impulse für deine eigene Reise zu dir selbst bekommen möchtest, lade ich dich herzlich ein, diese Folge zu hören.

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